Die Schweden sind in einigen Sachen ein sonderbares Völkchen, das erlebte ich vor zwei Jahren bei einem Besuch in Göteborg am eigenen Leibe. Sie verkaufen Alkohol nur in staatlichen Läden und nur zu christlichen Zeiten, sie halten sich gegenseitig die Türen zu Örtlichkeiten auf, kennen keine WGs und auch sprachlich gibt es die ein oder andere unterhaltsame Note. Auch in Sachen Bumsen.
Zugegeben, Bumsen ist ein Begriff, den ich selbst eher selten verwende. Nicht aufgrund ethischer oder religiöser Richtlinien, ich finde den Begriff einfach nicht wirklich passend. Laut wikipedia löste das Bumsen in den 60er Jahren das Rumsen der 30er ab. wikipedia bietet übrigens auch eine Liste von Synonymen.Doch zurück zum Bumsen im Schweden. Das abgebildete Heft landete dank “Lovely Gönna” auf unserem Schreibtisch. Es findet sich zwar wohl in den meisten schwedischen Tankstellen, immerhin geht es auch um den Verkehr, allerdings keineswegs in der Abteilung mit den eingeschweissten Heften. Wobei die Frage, die im abgebildeten Heft auf Seite 19 gestellt wird, schon zu denken gibt. Saknar du Bumsen? Übersetzt: Vermisst Du Bumsen?
Herausgegeben wird das Heft von einem Motorradclub, denn mit Bumsen meinen die Schweden ein Motorrad von BMW. Die deutsche Abkürzung ist in vielen Sprachen schwer auszusprechen, in den USA wird die BMW daher “Beemer” genannt und in Schweden eben “Bumsen”. Für Verwirrung kann dies führen, wie viele landessprachliche Unterschiede. Im dänischen ist der Bumser beispielsweise ein Pickel.
Und dem geneigten Fußball-Fan fällt bei der Verbindung von Geschlechtsverkehr und landessprachlichen Besonderheiten natürlich auch Franco Foda ein, dessen Einwechslung in einem Spiel der deutschen Nationalmannschaft im Dezember 1987 in Brasilien – übrigens einer seiner zwei Einsätze im DHB-Team – für einige Erheiterung bei den brasilianischen Fans sorgte. Im portugiesischen bedeutet Foda nämlich eben “Bumsen”.
In der Geschichte unter Fußballfans wird zudem angefügt, dass “Franco” für kostenfrei stünde – was, aber zumindest in gängigen Online-Übersetzern sich nicht bestätigt findet – ein offenherzig, ungezwungen oder französisch salzt die Geschichte aber ebenso gut. Und es ist nicht auszudenken, was ein deutschprachiger Brasilianer denken müsste, würde er Franco Foda in Schweden auf einer BMW sehen.
