Club der gehorsamen Ehefrauen

Immer wieder taucht die Spekulation auf, dass der westeuropäische Mann oftmals neidisch auf die muslimischen Artgenossen schaue – aufgrund der klaren Geschlechterrollen. Ich halte den Pascha-Status für den Mann allerdings ebensowenig erstrebenswert, wie für Frauen die Mitgliedschaft im “Club der gehorsamen Ehefrauen”, der von muslimischen Frauen in Malaysia gegründet wurde.

“Gehorchen, dienen, unterhalten”, das sei das Rezept um Männer bei Laune zu halten und häusliche Gewalt abzuwenden. “Eine gute Ehefrau sollte im Bett eine Hure sein”, sagte die Vizepräsidentin des am Wochenende offiziell ins Leben gerufenen Vereins, Rohaya Mohamad, der Nachrichtenagentur AFP. “Du musst deinen Mann befriedigen, unterwirf dich, wenn er Sex will”, riet die 46-jährige Ärztin laut der Agentur AFP anlässlich der Clubgründung in Kuala Lumpur.

Gut 1.000 Frauen sollen sich dem Club bereits angeschlossen haben, die Frage nach dem Warum hallt durch meinen Kopf. “Die in dem Verein zusammengeschlossenen Frauen wollen mit ihrer Initiative nach eigenen Angaben gegen hohe Scheidungsraten, Untreue und häusliche Gewalt in Malaysia vorgehen”, berichtet AFP weiter. Aha.

“Viele Frauen wollen nur zum Spaß heiraten und bedenken nicht die Verantwortung”, so das 48-Jährige Gründungsmitglied Siti Maznah Mohamad Taufik gegenüber dem Spiegel. Es sei aber die Pflicht einer Frau, sich um ihren Mann zu kümmern. “Tut sie es nicht, wird sich der Ehemann nach einer anderen Frau umsehen.” Kurz, die Frau ist schuld – immer und für alles, beispielsweise auch, wenn der Mann sie schlägt oder fremdgeht. Auch als Mann bleibt eigentlich nur ein ungläubiges Kopfschütteln.

Aber gut, die Sache mit der Rolle von Mann und Frau ist in Malaysia, wo bis zu vier Ehefrauen erlaubt sind, scheinbar generell etwas verworren: “In einem mehrheitlich muslimischen Bundesstaat Malaysias wollen die Behörden vermeintlich feminine Jungen mit Hilfe von Umerziehungslagern davon abhalten, homosexuell zu werden”, berichtet beispielsweise ntv.de.

Homosexualität ist dort strafbar, dem früheren malaysischen Vize-Regierungschef und späteren Oppositionsführer Awar Ibrahim drohen daher aufgrund einer Beziehung zu einem ehemaligen Mitarbeiter laut Clickstrecke bei welt.de eine Haftstrafe von bis zu zwanzig Jahren. Und der Spiegel berichtet, dass die Polizei letztens Prostituierte mit Kreuzen in Gesicht und Dekolleté “markierte”.

Doch zurück zu den “gehorsamen Ehefrauen”. Wobei: Ich will weder hin zu einer – oder mehreren – gehorsamen Ehefrauen, noch zurück. “Wir dürfen nicht in die Zeiten der Höhlenmenschen zurückkehren”, so eine Frauenrechtlerin laut AFP, wobei ich mich frage, ob das Frauenbild in der Steinzeit nicht vielleicht doch schon fortschrittlicher war.

Warum Frauen sich selbst so unterwerfen, ist für mich nicht wirklich zu verstehen. Aber auch die andere Seite ist für mich unverständlich: “Wenn die Frau gehorcht, fühlt sich der Mann gut unterhalten”, so Mohamad Shurahbil Amran, der im Rahmen der Clubgründund seine Frau ehelichte, zur AFP. Die Frage, ob er unter Unterhaltung verbale Kommunikation oder eine Dienstleistung im Sinne der “Unterhaltungsbranche” als Gegenwert für das Bestreiten des Unterhalts der Frau versteht, stellt sich wohl nicht.

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Über Christian Ciemalla

"Als Gründer des Projekts handball-world.com bin ich über die Jahre mit dem Web verwachsen..." Mehr: ciemalla.de oder twitter.com/ciemalla
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