Flashmob, Werbung, Kunst

Vor einigen Jahren wurde das Element des „Flashmob“ durch die Medien getragen. Fremde Menschen trafen sich nach Verabredung scheinbar spontan und unternahmen für die Außenstehende komische Dinge. Kurz gemeinsam etwas auf den ersten Blick Unsinniges ausführen und dann zeitnah wieder verschwinden. Mittlerweile ist der „Flashmob“ aber zu einem Instrument geworden, zum Beispiel in der Werbung, und vielleicht wird er irgendwann zu einer Kunstform – zumindest kam mir letztens der Gedanke.

Über eine Aktion von Christoph Schlingensief begegnete ich das erste Mal dem Phänomen, das Wort „Flashmob“ wurde damals allerdings nicht gebraucht. Der Regisseur und Provokateur lud 1998 alle 4 Millionen Arbeitslosen zu einem gleichzeiten Bad im Wolfgangsee ein, um zu das Urlaubsdomizil von Helmut Kohl zu fluten. Im Vergleich zu einem Flashmob war die Aktion allerdings angekündigt und hatte einen politischen Hintergrund. Sie scheiterte übrigens, die Menschenmasse von 4 Millionen hätte nicht ausgereicht und es kamen nur etwa einhundert Teilnehmer, nachzulesen bei der Berliner Zeitung.

Der Flashmob hat seine Ursprünge dabei durchaus in der Kunst im öffentlichen Raum, nachzulesen bei wikipedia.de, verzichtete aber zu seinen Hochzeiten wie bei einer Kissenschlacht vor dem Kölner Dom allerdings auf Botschaften. Die Möglichkeit wurde aber schnell auch von Gewerkschaften und der Werbeindustrie erkannt, wie beim angefügten Video eines Flashmobs in Mexiko. Dieser wirkt auf mich eher wie ein interaktiver und live aufgeführter Werbespot, sorgte bei mir aber für den Denkanstoß. Denn vielleicht ist dies auch ein Ansatz für die Kunst, um direkt in der Mitte stattzufinden anstatt wie aktuell leider viel zu oft am Rand.

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Über Christian Ciemalla

"Als Gründer des Projekts handball-world.com bin ich über die Jahre mit dem Web verwachsen..." Mehr: ciemalla.de oder twitter.com/ciemalla
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