Simplicissimus

Letztens hatten wir in Kladderadatsch mit Heidi bereits die digitale Aufbereitung eines journalistischen Kleinods vermeldet. Und auch eine weitere Satirezeitschrift aus dieser Zeit steht kostenfrei online zum Nachlesen zur Verfügung: Der Simplicissimus.

In einem gemeinsamen Projekt haben Verantwortliche aus Weimar, Aachen, Marbach und Heidelberg die einzelnen Hefte der Jahrgänge von 1896 bis 1945 – deren Karikaturen sicherlich viele noch aus dem Geschichtsunterricht kennen – zusammengetragen. Die Hefte wurden dabei nicht nur für den kostenfreien Online-Zugriff zur Verfügung gestellt, sondern auch verschlagwortet und einer Personenliste zugeordnet.

Der Simplicissimus ist die bis heute wohl bekannteste deutsche Satireschrift. Dabei durchlief sie wechselhafte Jahre: Viele bekannte Literaten veröffentlichten in ihr, während des ersten Weltkriegs schwenkte sie dann allerdings auf die nationale Linie ein, versuchte in der Weimarer Republik den Kampf gegen den Geist des Nationalsozialismus und wurde 1933 dann aber gleichgeschaltet.

Gerade diese Wechsel sorgen auch aus heutiger Sicht für große Relevanz: “Für literarische, historische und soziologische Fragestellungen im Kontext der beiden Weltkriege bietet die Zeitschrift ein unersetzliches Quellenmaterial. International hat sie als zeitgeschichtliches Zeugnis Gewicht wie kaum ein anderes deutsches Periodikum”, heißt es auf der Projektseite.

» simplicissimus.info

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Über Christian Ciemalla

"Als Gründer des Projekts handball-world.com bin ich über die Jahre mit dem Web verwachsen..." Mehr: ciemalla.de oder twitter.com/ciemalla
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