Zuschauerkapazität: Premier League macht Boden auf Bundesliga gut

Das Fassungsvermögen aller 18 Bundesliga-Stadien insgesamt ist seit der Saison 2014/15 kontinuierlich rückläufig. Nach den Zahlen von Stadionwelt sinkt die Kapazität zur kommenden Spielzeit aufgrund der Ab- und Aufsteiger sogar deutlich. Der Vorsprung auf die englische Premier League wird kleiner.

„Der bereits feststehende Absteiger Hannover 96 sowie der VfB Stuttgart, einen Spieltag vor Schluss Vorletzter, haben in Addition Stadien mit Plätzen für 109.649 Zuschauer (Hannover 96: HDI-Arena, 49.200 Plätze; VfB Stuttgart: Mercedes-Benz Arena, 60.449 Plätze). Die Aufsteiger SC Freiburg (Schwarzwald-Stadion, 24.000 Plätze) und RB Leipzig (Red Bull Arena, 42.959 Plätze) kommen gemeinsam auf ein Fassungsvermögen von rund 67.000 Personen“, berichtet Stadionwelt.

Dies würde einen Kapazitäts-Rückgang von 42.690 Plätzen in der Bundesliga bedeuten. Ob die drei Teams im Abstiegskampf der Bundesliga – Eintracht Frankfurt, SV Werder Bremen und der VfB Stuttgart – noch ihre Plätze tauschen und ob sich einer der Vereine in der Relegation gegen den 1. FC Nürnberg durchsetzt, hat nur bedingt Bedeutung: Alle Clubs haben Stadien, die über 40.000 Personen fassen (VfB Stuttgart: Mercedes-Benz Arena, 60.449 Plätze; SV Werder Bremen: Weser-Stadion, 42.100 Plätze; Eintracht Frankfurt: Commerzbank-Arena, 51.500 Plätze; 1. FC Nürnberg: Grundig Stadion, 50.000 Plätze).

Somit wird sich der Trend der letzten Jahre definitiv fortsetzen: 2013/14 boten die Stadien der Erstligisten insgesamt noch 859.707 Plätze. Waren es 2014/15 851.350 und in der laufenden Saison noch 845.150 Plätze, werden es, bei Annahme des Szenarios eines Sieges des SV Werder Bremen in der möglichen Relegation gegen den 1. FC Nürnberg, 2016/17 nur noch 802.460 Plätze sein. Die maximal erreichbare Zuschauerzahl in einer gesamten Saison könnte folglich von 2015/16 zu 2016/17 von 14,37 Mio. auf 13,64 Mio. fallen. Das entspricht einem Minus von etwa 730.000 beziehungsweise über 5 Prozent.

Die durchschnittliche Stadionkapazität beträgt in der Bundesliga zurzeit noch 46.953 Plätze, nächste Saison wären es beim angenommenen Szenario 2.372 weniger, nämlich 44.581. Der Zuschauerschnitt von derzeit 43.221 Besuchern würde wohl in etwas geringerem Maße sinken, da die Heimspiele von Hannover 96 und dem VfB Stuttgart nur zu 84,1 Prozent beziehungsweise 85,7 Prozent ausgelastet waren. Dagegen füllte der SC Freiburg seine Heimspielstätte schon in der 2. Bundesliga zu 97,2 Prozent. Bei RB Leipzig ist für nächste Saison mit einer deutlich höheren Auslastung als den 68,6 Prozent aus der laufenden Spielzeit zu rechnen.

Trotz des negativen Trends wird die Bundesliga die Eliteklasse mit der größten Gesamtkapazität in Europa bleiben. Die Premier League als zweitstärkste Liga wird 2016/17 kaum Plätze einbüßen: Bleibt es bei der derzeitigen Konstellation mit den Absteigern Aston Villa, Norwich City und Newcastle United, gehen 122.030 Plätze verloren. Die Stadien der ersten drei Clubs (FC Middlesbrough, FC Burnley, Brighton & Hove Albion) aus der Championship, zweithöchste Spielklasse Englands, fassen zusammen 90.496 Zuschauer.

Durch den Umzug von West Ham United aus dem Boleyn Ground (35.016 Plätze) ins Olympic Stadium (60.000 Plätze) sowie die Inbetriebnahme der neuen Haupttribüne an der Anfield Road vom FC Liverpool (Kapazität steigt von 45.522 auf 54.000) entstehen bei den Premier-League-Clubs über 33.000 neue Plätze, wobei Tottenham Hotspur aufgrund des Umbaus an der White Hart Lane maximal nur noch 32.000 statt zuvor 36.000 Besuchern Einlass gewährt. Insgesamt gäbe es demnach im Vergleich zur Saison 2015/16 2.072 Plätze weniger in der Premier League, 756.491 statt 758.563. Die durchschnittliche Kapazität würde von 37.928 auf 37.824 Plätze sinken. Der Zuschauerschnitt in Englands Oberhaus liegt momentan bei 36.182 Fans pro Spiel. Das sind 7.039 weniger als in der Bundesliga.

Info:
Der Text entstammt aus einer Pressemeldung von Stadionwelt, nach deren Aussage sich alle angegebenen Stadion-Kapazitäten auf die Saison 2015/16 beziehen und Änderungen zur kommenden Spielzeit möglich seien.

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Ein Kommentar zu Zuschauerkapazität: Premier League macht Boden auf Bundesliga gut

  1. Stefan sagt:

    Hannover und Stuttgart werden aber wahrscheinlich nächste Saison wieder aufsteigen. Freut mich aber als in Stuttgart aufgewachsener Bayernfan, dass die Stuttgarter abgestiegen sind. Diese Neider 😀

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