UEFA EURO 2016: Keine Rekordkulisse bei größter EM

Vor dem Start der UEFA EURO 2016 hat das Fachmedium Stadionwelt INSIDE die Zuschauerkapazitäten aller bisherigen Fußball-Europameisterschaften verglichen. Die Stadien der aktuellen EM in Frankreich liegen nur im Mittelfeld. Die höchste Zuschauerkapazität hatte das Turnier in Spanien 1964 mit den Spielorten Barcelona und Madrid, bei dem die Stadien eine durchschnittliche Kapazität von 107.500 Plätzen hatten.

Bei der diesjährigen Europameisterschaft nehmen erstmals 24 Mannschaften teil. Dies führt dazu, dass im Vergleich zu den letzten beiden Turnieren in Österreich und der Schweiz (2008) sowie Polen und der Ukraine (2012) diesmal in zehn statt acht Stadien gespielt wird. Das größte Stadion steht mit einer Kapazität von 80.000 Zuschauern in Saint-Denis. Das Stade de France ist das Nationalstadion Frankreichs und wird von keiner Vereinsmannschaft genutzt. Hier findet sowohl das Eröffnungsspiel als auch das Finale statt. In Toulouse steht mit dem Stade de Toulouse das kleinste Stadion der UEFA EURO 2016. Im Stadion des Toulouse FC finden während der EM 33.000 Zuschauer Platz.

Die durchschnittliche Stadionkapazität beträgt dieses Jahr 48.751 Plätze. Damit liegt sie rund 1.000 Plätze über dem Schnitt von vor vier Jahren. In Polen und der Ukraine wiesen die Stadien eine durchschnittliche Kapazität von 47.631 Plätzen auf. Bei der EM 2008 in Österreich und der Schweiz betrug die Kapazität sogar nur 34.240 Plätze, womit das Turnier die zweitgeringste Kapazität in der Geschichte der Fußball-Europameisterschaft aufzuweisen hatte. Nur bei der EM 1992 in Schweden war die Kapazität mit durchschnittlich 31.431 Plätzen noch geringer.

Bei den ersten fünf europäischen Kontinentalmeisterschaften von 1960 bis 1976 nahmen jeweils nur vier Teams an der Endrunde teil. Dementsprechend fanden die Turniere 1960 in Frankreich und 1964 in Spanien jeweils nur in zwei Stadien statt. 1964 erreichten die Spielorte Madrid (Estadio Santiago Bernabéu) und Barcelona (Camp Nou) die bisher größte Zuschauerkapazität. Der bislang größte Austragungsort eines EM-Spiels ist das Estadio Santiago Bernabéu mit seinerzeit 125.000 Plätzen.

Deutschland war bisher einmal Ausrichter einer Fußball-EM – 1988. Die acht Spielorte Hamburg, Hannover, Gelsenkirchen, Düsseldorf, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und München, erreichten eine durchschnittliche Kapazität von 65.588 Plätzen. Größtes Stadion war mit 72.000 Plätzen das Münchener Olympiastadion. Damals konnten die Zuschauer die Spiele noch auf Stehplätzen verfolgen, während die diesjährige EM in reinen Sitzplatz-Stadien ausgetragen wird.

Frankreich war 1984 bereits Ausrichter einer Endrunde. Der Europameister wurde in sieben Stadien ausgespielt. Wie beim am Freitag beginnenden Turnier waren Lens, Paris, Saint-Étienne, Lyon und Marseille unter den Austragungsorten. Hinzu kamen Straßburg und Nantes. Damals fassten die Stadien um die 50.000 Zuschauer, sodass die Gesamtkapazität mit 52.214 Plätzen sogar höher war als bei dieser Europameisterschaft.

Vergleicht man die Baukosten der diesjährigen EM mit dem Turnier vor vier Jahren fällt auf, dass die Durchschnittskosten dieses Jahr etwas geringer ausfallen. Für die Stadien in Frankreich belaufen sich die Gesamtkosten auf 1,65 Mrd. Euro. Dabei sind die Baukosten für das Stade de France nicht mit eingerechnet, da an diesem Stadion für die UEFA EURO 2016 keine größeren Veränderungen vorgenommen wurden. Die durchschnittlichen Baukosten betragen somit ohne das Stade de France 183,33 Mio. Euro. In Polen und der Ukraine betrugen die Gesamtkosten für die acht EM-Stadien 1,7 Mrd. Euro, was einem Durchschnitt von 212,5 Mio. Euro entspricht.

Hinweis: Der Artikel ist eine Pressemeldung des Fachmagazins Stadionwelt.

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Über Christian Ciemalla

"Als Gründer des Projekts handball-world.com bin ich über die Jahre mit dem Web verwachsen..." Mehr: ciemalla.de oder twitter.com/ciemalla
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Ein Kommentar zu UEFA EURO 2016: Keine Rekordkulisse bei größter EM

  1. Stonewall sagt:

    Bei der EM 1992 in Schweden waren zudem die Ränge häufig gähnend leer. Karten für die Deutschland-Spiele konnten sogar noch tags zuvor an den offiziellen Schaltern erworben werden, wie mir damalige Fans berichtet haben.

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